Basketballstar Brittney Griner für neun Jahre in russischem Straflager

Brittney Griner, 206 cm großer US-Basketballstar, hat Ihre neunjährige Strafe in der berüchtigten IK2- Strafkolonie in Zentralrussland antreten müssen. 

Die zweimalige Olympiasiegerin wurde im Februar dieses Jahres am Flughafen Moskau festgenommen, weil sie Vape-Kartuschen mit einer geringen Menge Cannabisöl in ihrem Gepäck mitführte. Sie spielte seit 2015 in den Saisonpausen der US-Basketball-Liga (WBNA) für das russische Team UMMC Ekaterinenburg. 

Russisches Gefängnissystem drakonisch und willkürlich

Das russische Gefängnissystem ähnelt immer noch den berüchtigten Gulags der Sowjetunion und die Haftbedingungen in der IK2- Strafkolonie gelten als besonders drakonisch. 

Bis zu jeweils 100 Gefangene sind dort in kleinen Kasernenhallen inhaftiert und dürfen für 15 Stunden am Tag weder auf ihrem Bett sitzen noch liegen. Sie müssen bis zu 12 Stunden pro Tag Kleider nähen und bekommen dafür umgerechnet 8 Euro pro Monat. Die Verpflegung besteht jeden Tag aus Porridge und Suppe. Für die kleinsten, von der Gefängnisleitung definierten Vergehen, gibt es zusätzliche Strafen. Zu diesen Vergehen zählen bereits nicht abgesprochene oder unbegleitete Toilettengänge bei der Arbeit.

Haftbedingungen, die für jede und jeden und unabhängig von der Körpergröße ein Alptraum sind. 

Besondere Probleme in der Haft für große Gefangene

Für eine Frau wie Brittney, mit einer Körpergröße von 206 cm und Schuhgröße 50, sieht die Vertreterin der Organisation “Russia Behind Bars”, Olga Romanova, aber noch zusätzliche Probleme. Die in der IK2- Strafkolonie erhältlichen Schuhe und Uniformen sind viel zu klein bzw. kurz. Des Weiteren waren bereits in der Untersuchungshaft in Moskau die Betten für Brittney nicht ausreichend groß.

In der Strafkolonie muss Sie sich dann tagsüber für viele Stunden am Tag an einer Nähmaschine krümmen, die für viel kleinere Gefangene bemessen ist. 

Zumindest bleibt für Brittney die Hoffnung auf einen Gefangenenaustausch zwischen Russland und den USA. Eine Hoffnung, die für viele andere politische Gefangene – wie als bekanntestes Beispiel der russische Oppositionsführer Andrej Navalny – unter der derzeitigen russischen Führung nicht besteht.